Linkspartei verblasst, kommt aus der Mode, obwohl der Zeitgeist nach links geht.
DIE LINKE entwickelt sich zu einer zweiten SPD, die keiner braucht.

Linkspartei am verblassen - sinkende Bekenntnisbereitschaft durch Schweigespirale

Linkspartei am verblassen - sinkende Bekenntnisbereitschaft durch Schweigespirale

“…Hinzu kommt, dass der Zeitgeist der „Linken“ in die Hände zu spielen schien. Bereits seit Ende der siebziger Jahre bewegte sich der politische Standort zunächst der westdeutschen, nach 1990 auch der ostdeutschen Bevölkerung – langsam, aber messbar – nach links. Anfang des vergangenen Jahrzehnts schien diese Entwicklung zum Stillstand gekommen zu sein, doch in jüngster Zeit hat sie sich wieder fortgesetzt: Auf einer Skala von null bis hundert, wobei null ganz links und hundert ganz rechts bedeutet, stuft sich die Bevölkerung heute selbst durchschnittlich bei 49 ein. Im Jahr 1976 lag der Durchschnittswert bei 55. Damit gewinnen auch die Positionen der Linkspartei für mehr und mehr Deutsche an Überzeugungskraft. So hat beispielsweise die Zahl derjenigen, die die wirtschaftlichen Verhältnisse in Deutschland als ungerecht empfinden, in den letzten Jahrzehnten dramatisch zugenommen. Kandidaten und Programm der „Linken“ waren bereits unmittelbar nach Gründung der Partei im Jahr 2007 so attraktiv, dass sie die Wähler selbst bis in die Kernanhängerschaft der SPD und der Grünen ansprachen. Im Juli 2007 ordneten selbst SPD-Anhänger die traditionelle sozialdemokratische Kompetenz der Verteidigung sozialer Gerechtigkeit eher der Linkspartei als der eigenen Partei zu.”

“Doch nun, nach dem auch von der „Linken“ ermöglichten Regierungswechsel in Nordrhein-Westfalen, ist nichts von einem Durchbruch in der Akzeptanz zu erkennen. Im Gegenteil: Die Skepsis der Bevölkerung gegenüber der Linkspartei nimmt sogar wieder etwas zu. Alles in allem kann man den Eindruck gewinnen, dass der Zeitgeist, obwohl er sich nach links bewegt, an der „Linken“ vorbeizieht. Es ist, als käme die Partei ein wenig aus der Mode. Eine wesentliche Rolle spielt in diesem Zusammenhang die Bereitschaft der Parteianhänger, sich öffentlich zu bekennen. So gerät die Partei trotz ihrer jüngsten Erfolge unter Druck. Das gesellschaftliche Klima wendet sich gegen sie..” “Elisabeth Noelle-Neumann hat bereits vor fast 40 Jahren mit ihrer Theorie der „Schweigespirale“ beschrieben, wie das Zeitklima, die Bekenntnisbereitschaft der Parteigänger und die Stärke der politischen Lager miteinander zusammenhängen: Wer den Eindruck gewinnt, er sei mit seiner politischen Meinung isoliert, wird sich mit öffentlichen
Äußerungen zurückhalten. Dadurch aber schwächt er seine Position zusätzlich, weil er durch sein Schweigen dazu beiträgt, dass sie in der Öffentlichkeit weniger sichtbar ist, als es möglicherweise ihrer tatsächlichen Bedeutung entspricht. Die mangelnde Sichtbarkeit der betreffenden Meinung veranlasst wiederum weitere ihrer Anhänger zum Schweigen, so dass sie öffentlich – und letztlich auch tatsächlich – immer schwächer wird.”

Die Websites der Linkspartei, egal ob Baden-Württemberg oder Hamburg, bestätigen diese Analyse. Websites sind heute ein wesentlicher Teil von politischer Öffentlichkeitsarbeit und Wirken. Die Sites der Linkspartei sind unaktuell, langweilig, oberflächig und politisch desorientierend.

Bezeichnend ist auch, das von der Linkspartei zu den Ereignissen in Duisburg kaum was zu hören ist, lediglich ein wenig Anteilnahme und Bedauern, keine Analyse, keine Schlussfolgerungen für die Gesellschaftsentwicklung. Das kann man auch nicht mit Urlaub und Sommerloch erklären.
…klick hier zum PDF “Das verblassen der Linkspartei” – eine Allensbach-Analyse

…klick hier zum einem Web-Artikel der Allensbach-Analyse “Das Verblassen der Linkspartei”

Für die Gewinnung von politischer Klarheit wird von bestimmten Funktionären der Linkspartei alles Mögliche unternommen, damit Klarheit und Ausrichtung unterbunden wird.
Jüngstes Beispiel eine Mail von einer Hamburger Funktionärin an die Mitglieder der Hamburger-Linkspartei.
Hintergrund: Eine Diskussion über den Programmentwurf findet so gut wie nicht in Hamburg statt. Auf Landesebene gibt es einen ‘Arbeitskreis’ von angeblichen Experten der ca. 20 Teilnehmer umfasst. In den Bezirken keine Aktivitäten, keine Einbeziehung der Mitglieder in eine Diskussion.
Auf meine Intitiative von Anfang April, der Lostretung einer Programmdiskussion gibt es bisher keine einzige Reaktion mit Interesse.
…klick hier zu: “Programmdebatte
innerhalb der Partei ‘DIE LINKE’ Gliederung nach pro und kontra”

…klick hier zu: “Diskussion Programmentwurf Linke? Fehlanzeige! Abbrechen?”

Bis heute gibt es keine Diskussion für Mitglieder in der Hamburger Linkspartei über die Ereignisse vom 18. Juli mit dem Schuldesaster und dem Rücktritt des Bürgermeisters und anderer Senatoren.

Linkspartei-Regionalkonferenz zur Diskussion des Programmentwurfes in Rostock

Linkspartei-Regionalkonferenz zur Diskussion des Programmentwurfes in Rostock

Datum: Mittwoch, 28. Juli 2010 08:54:01
“Liebe AK-Programmler/Innen,
hier das Programm der Regionalkonferenz,Genaueres entnehmt bitte dem Link (auch auf unserer Website zu finden)
Auf der nächsten Sitzung des AK sollten wir uns darüber verständigen,wer dorthin fährt und wie wir die Anlage dieser Konferenz beurteilen.
Die Einladung zu dieser Konferenz ging nur an die Geschäftsstelle.
Herzlichen Gruss von Regine
(für den G-Lavo)”
http://www.die-linke-hh.de/uploads/media/Regionalkonferenz_100918_web.pdf

…in Rostock diskutieren und in Hamburg nicht – na toll.
Es gibt viele Möglichkeiten, das Grundsatzprogramm zu den Akten zu legen.

Kommentieren

Sie müssen angemeldet sein, um kommentieren zu können.