Alle drei im Hamburger Rathaus vertretenen Parteien(CDU/Grüne/SPD) haben gestern beschlossen für die nächsten 10 Jahre für einen sogenannten Schulfrieden zu sorgen. Die Linke hat sich nicht für den 10-jährigen Schulfrieden entschlossen, sie hält 8 Jahre für die Aussetzung der politischen Debatte über die Schulreform für ausreichend. DIE LINKE stimmt jedoch den beabsichtigten Maßnahmen für die nächsten Jahre zu, die als als Reform verkauft werden. Im wesentlichen ist dies die zweijährige Verlängerung der Grundschule.
…klick hier zu: “Wir werden nicht einen Schulfrieden für zehn Jahre unterschreiben. Das ist entschieden zu lang”, sagte die Linken-Fraktionschefin
Das Schulveränderungsvorhaben und sein Beschluss wird von den politisch Rechten bekämpft.
…klick hier zur Position der Linksfraktion
Es soll zur Volksabstimmung am 18.Juli 2010, in der ersten Hälfte der Schulferien (8.7-18.8.), kommen. Die Rechten können die Schulreform kippen, wenn sie mindestens 247.000 Stimmen bekommen. Ausländer, Jugendliche und Bürger andere Bundesländer dürfen nicht abstimmen.
…klick hier zum zum “10 Jahre-Schulfrieden”-Artikel’
In Hamburg ist ein heftiger Klassenkampf zwischen Besitzenden/Wohlhabenden die ihren Privilegienstand gegen Reformvorhaben die, wenn sie richtig und konsequent gemacht würden, der Allgemeinheit nützen würden, verteidigen wollen. Die Aufhebung der Privilegien ist aber nicht der Inhalt der Reform.
Die von den Parteien als Reform verkaufte Änderung des Schulwesens ist keine, sondern eine Mogelpackung mit Beruhigungspillen.
…klick hier zu einem sogenannten “Streitgespräch” über die Mogelpackung
Das Neue: Die Grundschule soll es nicht mehr geben, sondern statt dessen eine 4-jährige Grundstufe in der Primarschule(1. bis 6. Klasse). Das Zusammenbleiben der Schüler soll, gegenüber der heutigen Regelung, um 2 Jahre verlängert werden, bevor gesplittet wird. Danach geht es dann in das Gymnasium und oder in die Stadtteilschule. Der Elternwille in der Schulentscheidung soll bleiben. An der Stadtteilschule soll man dann seinen Realschulabschluss oder auch sein Abitur machen können. Sitzenbleiben wird es nicht mehr geben. Es soll neue Bildungspläne und in der Methodik eine Individualisierung des Unterrichts geben. Sonderschulen sollen aufgelöst und in Form von kleinen Klassen in Primar- und Stadtteilschule integriert werden. Die Forderung der Linken nach Abschaffung des von der CDU eingeführten Büchergeldes wurde aufgenommen.
…klick hier zu: Wie werden die Lehrerumsetzungen von der Behörde gelenkt? Antwort: „Das wissen wir noch nicht genau.“
Das ganze Vorhaben hat Probiercharakter (mal sehen wie es raus kommt), auf bewährte Praktiken wie z.B. in Finnland wird nicht zurück gegriffen.
An der grundsätzlichen Problematik, dass in ein 3-gliedriges Schulsystem getrennt wird, ändert sich nichts. Früher gab es in Hamburg zumindest den Versuch über eine Gesamtschule.
…klick hier zum Beispiel einer Gesamtschule in Hamburg’
Die wenigen Gesamtschulen wurden damals nicht zur Regelschule erklärt und über “Sparmaßnahmen” und Ausdünnung von den Rechten kaputt gemacht. Bei der Zerstörung der Gesamtschulen war die SPD nicht unwesentlich beteiligt.
…klick hier zu einem Stimmungsbericht aus dem Jahre 2002′
DIE LINKE war 2009 noch folgender Meinung: “Zu den zentralen Grundsätzen linker Bildungspolitik gehört, dass Bildung nicht von der sozialen Herkunft abhängig sein darf. Deshalb brauchen wir die Gemeinschaftsschule bis Klasse 10, kurz eine Schule für Alle. Was in Deutschland wie Zukunftsmusik klingt, ist international längst Standard”.
Dies war die Meinung eines Linkspartei-Landesvorstand-Mitgliedes der nicht zur Linksfraktion gehört.
…klick hier zu: ‘Auch in der Bildungspolitik ist ein Politikwechsel dringender denn je, im Bund wie in den Ländern. Dafür steht gegenwärtig nur DIE LINKE’ .
Auf deutschem Boden gab es schon mal ein Bildungssystem, was abgesehen von den ideologischen Apekten her, grundsätzlich die Chancengleichheit und Bildungsqualität erhöhte, es fand internationale Beachtung und wurde sinngemäß selbst in kapitalistischen Ländern(Finnland) kopiert.
…klick hier zum Bildungssystem DDR’
…klick hier: Was können wir von Pisa Spitzenreiter Finnland lernen?
Ohne Not schließt DIE LINKE sich nun dem Gemurkse von CDU/Grünen an, behauptet, zwei Jahre länger zusammen lernen sei der Bringer und verzichtet auf die Darstellung einer eigenen Position bzw. auf das zuvor vertretene Konzept ‘Einer Schule für Alle’, begründet mit dem Argument, “wenn man nicht mitmache, verzichte man auf Politik” und es sei ein “Schritt in die richtige Richtung”. Das ursprüngliche Konzept u.a. von der Linken mitgetragen, “Eine Schule für Alle”, verschwindet im historischen Staub. Dora Heyenn, Linksfraktion-Chefin, ehemals in der SPD, verkauft das Ganze mit dem Argument “Wenn eine Schule für alle nicht geht, dann in kleinen Schritten” und sagt zusätzlich “Die Linke stimmt dem CDU/Grünen-Konzept mit ihrer mickrigen, kleinen Reform mit Bauchschmerzen zu”. Summarisch, quasi mit der Keule und mit erpresserischem Geschmäckle, behauptet sie “Wenn wir diesen Schritt für die nächsten 10 Jahre nicht schaffen, können wir ‘Eine Schule für Alle’ für die nächsten 100 Jahre vergessen, dies sei ein Signal für die ganze Bundesrepublik”. CDU/Grüne wollen das neue System, das an der Chancenungleichheit nichts ändert, für die nächsten 10 Jahre(oder Jahrzente?) festgießen. Davon war die Linke bisher nicht ausgegangen und ist nunmehr in der Falle, denn mit der Unterstützungsposition für das Veränderungsvorhaben stimmt sie indirekt dem Schulfriedenetikett, welches die anderen Parteien sehr spät drauf klebten, zu.
Wieso soll man dann dieses, auch von der Linken beschlossene und von anderen Parteien als festgeschriebener Schulfrieden bezeichnete Vorhaben ändern können und das vorhandene schlechte System nicht? Eine seltsame Logik.
Der politische Effekt hingegen, der von Hamburg mit bundesweitem Signal ausgeht, könnte jedoch werden:
Das schwarz-grüne Bündnis zerbricht, es kommt aufgrund Lösungsunfähigkeit zu vorzeitigen Neuwahlen die eine rechtspopulistische Partei im Bündnis mit der FDP über die Themen Steuer und Hartz-IV gewinnt. Ole geht mit einer guten Rente auf die Couch oder in die „Wirtschaft“(nicht die wo man säuft sondern die wo man für schlechte Leistung belohnt wird). Für die Kosten der Rohrkrepierung kommt der kleine Steuerzahler auf. Der Große schafft vorher in die Schweiz.
Weitere Informationen:
…klick hier zu: Rechte Radikal-Hanseaten sind keine Demokraten und nicht einmal Patrioten, als die sie sich gerne ausgeben, sondern nichts anderes als eine Folklore-Truppe des Neoliberalismus
…klick hier zum Video: Die Eliten wollen unter sich bleiben
…klick hier zu: Die Schule muss sich verändern – ganztägig lernen
CDU-Bürgermeister Ole von Beust sagt, der Schul-Volksentscheid sei von hoher Bedeutung. Ihm sei unbedingt dran gelegen, den Bürgerwillen zu respektieren. Wie man Volksabstimmungen manipuliert und wirkungslos macht, hat der Bürgermeister gerade vor ein paar Tagen gezeigt. In der Auseinandersetzung um eine städtebauliche Vergewaltigung in Form eines IKEA-Kaufhauses in Hamburg-Altona, hat er als Befürworter der IKEA-Ansiedlung den Gegnern, die genug Unterschriften für eine Volksabstimmung gesammelt hatten, die Volksabstimmung zerschlagen, indem er als Befürworter den Gegnern beigetreten ist.
…klick hier zur CDU/Grünen Verhöhnung von Demokratie, vielfach als Trick bezeichnet






















































